Erläuterungen Wegweiser Demenz

Aufbau des Wegweisers

Im Rahmen des Bundes-Projektes „Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz“ entsteht im Projektzeitraum 2013 – 2015 ein Wegweiser für Menschen mit Demenz und deren Angehörige für den Großraum Erfurt. Der Wegweiser wird als Druckform Ende 2014 an zentrale Anlaufstellen der Landeshauptstadt verteilt. Da Papier geduldig ist, entsteht zeitgleich die Internetpräsenz, um jederzeit aktuell die bestehenden Angebote einsehen zu können. Im Wegweiser erfasst sind alle Angebote, die in irgendeiner Form relevant für Menschen mit Demenz und deren Angehörige ist. Die Aufnahme in die Datenbank liegt im Ermessen des Anbieters, so dass hierfür keine Gewährung auf Vollständigkeit übernommen wird.

Begriffsbestimmungen

Beratungsangebote
Hierunter finden Sie Anbieter rund um Fragen:

  • Wohnberatung
  • Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung, rechtliche Betreuung
  • Krankheitsbild Demenz
  • Pflege
  • schwierige Situationen
  • Selbsthilfegruppen
  • Schulungen für Angehörige

 

Diagnostik
Hier finden Sie die in Erfurt ansässigen Fachärzte und klinische Fachabteilungen zur Diagnostik und medizinischen Behandlung von Demenzerkrankungen. Gedächtnisstörungen treten im höheren Alter vermehrt auf, müssen aber noch lange keine Demenz ankündigen. Diese Schwierigkeiten können die verschiedensten Ursachen haben, wovon sich bei eingehender Diagnostik einige beheben lassen. Es ist dringend anzuraten, bei Gedächtnisstörungen und Alltagseinschränkungen den Hausarzt aufzusuchen. Bei der Diagnose einer Demenzerkrankung handelt es sich häufig um eine Ausschlussdiagnose, dass heißt, es werden im Untersuchungsverlauf andere möglicherweise behandelbare Ursachen für die Symptome ausgeschlossen. Der Hausarzt kann unten beschriebene Diagnostik unter Umständen selbst durchführen oder wird Sie an einen Facharzt bzw. Fachklinik überweisen.

Eine Diagnostik bei Verdacht auf eine dementielle Erkrankung sollte folgende Bereiche erfassen:

  • Anamnese/ Fremdanamnese
    • Erfassung der medizinischen Vorgeschichte und der beobachteten Symptome
    • Befragung des Patienten und der Angehörigen
  • neurologisch-körperliche Untersuchungen
    • Erfassen möglicher anderer Ursachen für die Symptome
  • Psychologische Screenings
    • Erfassung von möglichen psychischen Ursachen
    • Testverfahren zu Erfassung der Hirnleistung
  • spezielle Laboruntersuchungen
    • zur Abklärung anderer Ursachen für die Symptome
  • Bildgebung des Gehirns
    • Abklärung der Ursachen

 

Therapie
Hierunter finden Sie Erfurter Ergo-, Physio- und Logopäden, die Menschen mit Demenz behandeln. Auch wenn man mit den derzeitig zugelassenen Medikamenten zur Behandlung einer Demenzerkrankung diese nicht heilen oder stoppen kann, gibt es verschiedene Therapieangebote, die die vorhandenen Fähigkeiten so lang wie möglich erhalten helfen, den Selbstwert des Patienten stärken und so das Zusammenleben erleichtern können.

Die Ergotherapie unterstützt Menschen, die in ihren Alltagsfähigkeiten eingeschränkt sind. Ergotherapie können Menschen mit Demenz auf Rezept erhalten. Ziele in der Arbeit mit demenzerkrankten Menschen sind:

  • noch vorhandene kognitive Fähigkeiten erhalten
  • dem Verlust des Zeitgefühls und der Struktur entgegenwirken
  • Orientierungsstörungen hinauszuzögern
  • eigene Körperwahrnehmung und die Wahrnehmung allgemein möglichst lang zu erhalten
  • Abbau von Depressionen, Gereiztheit und Angst
  • Abbau von motorischer Unruhe und Bewegungsstörungen
  • Beeinflussung des Sozialverhaltens
  • Sprechen Sie den Arzt des Erkrankten auf ein Rezept an.

Die Physiotherapie kann die körperlichen Auswirkungen einer Demenzerkrankung verzögern. Auf diese Weise kann gezielt beispielsweise Sturzprävention getätigt oder die Einschränkung der Beweglichkeit hinausgezögert werden.

Die Logopädie kann die Sprachfähigkeit der Menschen mit Demenz unterstützen.

 

Betreuungsangebote
Hierunter finden Sie Angebote der stundenweise Betreuung für Menschen mit Demenz – NICHT Pflege. Eine Demenzerkrankung ist eine meist schleichende Erkrankung, die zu einer 24-Stunden-Betreuung führt. Damit diese schleichende Belastung nicht zu einer Überlastung der Angehörigen und damit zur Aufgabe der häuslichen Versorgung führt, sollten so früh wie möglich niedrigschwellige Hilfen eingebunden werden. Dies beinhaltet mehrere Ziele:

  • zum Einen wird frühzeitig ein entlastendes Moment etabliert, auch wenn die Belastung im frühen Stadium einer Demenzerkrankung nicht immer so deutlich spürbar ist
  • der Patient „gewöhnt“ sich frühzeitig daran, dass auch andere („fremde“) Menschen um ihn herum sind. Wenn der Mensch mit Demenz nur eine Bezugsperson hat, kann dies zu Schwierigkeiten führen, wenn die Bezugsperson einmal ausfällt.
  • der Mensch mit Demenz erhält Ansprache gezielt nach seinen noch vorhandenen Fähigkeiten.

Die Inanspruchnahme der folgend aufgeführten Betreuungsangebote wird finanziell durch die Pflegeversicherung nach § 45 b SGB XI unterstützt. Bitte sprechen Sie die Pflegekasse Ihres Angehörigen an oder wenden Sie sich an den zuständigen Pflegeberater (die Kontakte finden Sie im Kapitel „Beratung und Information“ oder in dem Pflegebescheid). Die stundenweise Betreuung in niedrigschwelligen Angeboten beinhaltet die Einzel- oder die Gruppenbetreuung durch geschulte ehrenamtliche Helfer.

  • Die Einzelbetreuung durch den „Helferinnenkreis“ bzw. Besuchsdienst. Hierbei kommen ehrenamtliche Helfer in die Häuslichkeit des Demenzkranken. Durch die Einzelbetreuung kann dieses Angebot zeitlich und in seiner Durchführung flexibel gestaltet werden.
  • Die Gruppenbetreuung geschieht in kleinen Gruppen stundenweise oder auch als Tagesbetreuung. In einer Betreuungsgruppe treffen sich mehrere demenzkranke Menschen an einem festgelegten Ort für eine bestimmte Zeit. Hier finden Beschäftigungen wie Malen, Spazieren oder Sprichworte raten mit ehrenamtlichen Helfern statt.

 

Pflege zu Hause
Hierunter finden Sie Angebote der Erfurter ambulanten Pflegedienste. Die leisten neben der Behandlungspflege auch die Grundpflege, hauswirtschaftliche Versorgung und zum Teil auch die stundenweise Betreuung. Weiterhin können bei den ambulanten Pflegediensten die Beratungen nach § 37 SGB XI erbracht werden, die für Pflegebedürftige mit reinem Bezug des Pflegegeldes in vorgeschriebenen Zeiträumen notwendig ist.

 

Tagespflege
Die Tagespflege gewährleistet die Begleitung in der Regel wochentags von früh bis Nachmittag. Meist ist an die Tagespflege das Angebot des Fahrdienstes gekoppelt, so dass die Pflegebedürftigen zu Hause abgeholt und auch wieder gebracht werden können.
Die Tagespflege ermöglicht dem Pflegebedürftigen einen strukturierten Tagesablauf und dem pflegenden Angehörigen ein paar Stunden Auszeit.

 

Kurzzeitpflege/ Urlaubspflege
Die Kurzzeitpflege ist die Möglichkeit den Erkrankten für einige Tage in einer stationären Einrichtung versorgen zu lassen.
Um diese Möglichkeit in Anspruch zu nehmen, wird empfohlen, sich rechtzeitig mit den Anbietern in Verbindung zu setzen, um gut planen zu können.

 

Betreutes Wohnen
Hierbei handelt es sich um Angebote für ältere Menschen mit Hilfebedarf im Allgemeinen. Die Mieter haben ihre eigene Wohnung zumeist ausgestattet mit einem Hausnotruf. Durch eine Servicepauschale sind verschiedene Dienstleistungen abgedeckt. In der Regel befindet sich im Gebäude eine Begegnungsstätte, die tagsüber besetzt ist. Hier können gemeinsame Veranstaltungen oder Speisen stattfinden.

 

ambulant betreute Wohngemeinschaften
Diese Form des Wohnens kann eine Alternative zu einer stationären Pflegeeinrichtung darstellen. Hier leben bis zu 12 Menschen mit Pflegebedarf zusammen in einer Wohnung. In der Regel hat jeder sein eigenes Zimmer und die großzügigen Gemeinschaftsräume werden gemeinsam genutzt. Ein ambulanter Pflegedienst nach Wahl kommt in die Wohngemeinschaft je nach Bedarf. Bei Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz ist meist eine 24-Stunden-Betreuung durch einen Betreuungsdienst oder Alltagsbegleiter gewährleistet.

 

stationäre Pflegeeinrichtungen
In stationären Pflegeeinrichtungen werden Pflegebedürftige rundum versorgt.